Konjunkturerwartungen schwächen sich ab

30.05.2022

WIFO-Konjunkturtest vom Mai 2022

Die Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges führte im Mai zu einer Verschlechterung der konjunkturellen Stimmung bei den österreichischen Unternehmen. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 19,3 Punkten (saisonbereinigt) 5,2 Punkte unter dem Wert des Vormonats (24,5 Punkte). Die Einschätzungen zur aktuellen Konjunkturlage verschlechterten sich nur geringfügig. Die hohe Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges und die Preisanstiege führten dazu, dass die Unternehmen weniger optimistisch in die Zukunft blicken. Die Unternehmen rechnen auch weiterhin mehrheitlich damit, Preiserhöhungen in den kommenden Monaten vornehmen zu müssen.

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen fiel im Mai um 1,2 Punkte, notierte aber mit 26,2 Punkten weiter merklich im positiven Bereich. Dieser Rückgang ist in der Bauwirtschaft ausgeprägt, wo der Lageindex um 6,8 Punkte zurückging, mit 38,8 Punkten aber weiterhin eine gute Baukonjunktur signalisiert. In der Sachgütererzeugung verlor der Lageindex zwar 3,7 Punkte gegenüber dem Vormonat, zeigt jedoch mit 23,2 Punkten weiterhin eine gute Sachgüterkonjunktur an. In den Dienstleistungen blieb der Index mit 31,1 Punkten nahezu unverändert zum Vormonat und signalisiert damit nach wie vor konjunkturelle Zuversicht. Im Einzelhandel hingegen verbesserte sich der Lageindex (+7,1 Punkte) und notierte mit –0,2 Punkten nur noch knapp im negativen Bereich.

Deutliche Einbußen zeigten sich hingegen beim Index der unternehmerischen Erwartungen. Dieser verlor im Mai zwar 9,4 Punkte gegenüber dem Vormonat, notierte jedoch mit 12,3 Punkten noch merklich über der Nulllinie, welche negative von positiven Konjunkturerwartungen trennt. Im Einzelhandel verlor der Erwartungsindex 5,8 Punkte und notierte mit –8,9 Punkten wieder deutlicher im negativen Bereich. Auch in den Dienstleistungsbranchen verlor der Erwartungsindex an Boden (–10,9 Punkte), blieb aber mit 14,3 Punkten noch merklich im positiven Bereich. In der Bauwirtschaft musste der Erwartungsindex gleichfalls Einbußen hinnehmen (–8,1 Punkte), notierte aber mit 38,2 Punkten weiter im positiven Bereich. Allerdings trübten sich zuletzt die Geschäftslageerwartungen in der Bauwirtschaft deutlicher ein. Auch in der Sachgütererzeugung zeigte sich eine Eintrübung beim Erwartungsindex (–9,0 Punkte). Dieser notierte mit 7,7 Punkten noch über der Nulllinie, aber auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den vergangenen zwölf Monaten. Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Geschäftslage stieg infolge des Ukraine-Krieges und der Lieferengpässe weiter an.

  

Publikationen

Konjunkturerwartungen schwächen sich ab. Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Mai 2022 (Economic Expectations Slow Down. Results of the WIFO-Konjunkturtest (Business Cycle Survey) of May 2022)
WIFO-Konjunkturtest, 2022, (5), 14 Seiten
Auftraggeber: Europäische Kommission
Online seit: 30.05.2022 14:00
Die Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges führte im Mai zu einer Verschlechterung der konjunkturellen Stimmung bei den österreichischen Unternehmen. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 19,3 Punkten (saisonbereinigt) 5,2 Punkte unter dem Wert des Vormonats (24,5 Punkte). Die Einschätzungen zur aktuellen Konjunkturlage verschlechterten sich nur geringfügig. Die hohe Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges und die Preisanstiege führten dazu, dass die Unternehmen weniger optimistisch in die Zukunft blicken. Die Unternehmen rechnen auch weiterhin mehrheitlich damit, Preiserhöhungen in den kommenden Monaten vornehmen zu müssen.
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Dr. Werner Hölzl

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Ahmed Elqsas/behance.net
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