Kurz- und mittelfristige Prognosen

Das WIFO erstellt vierteljährlich eine Konjunkturprognose für das laufende und das nächste Jahr, in die die Fachkompetenz aller Forschungsbereiche einfließt. Die Prognosen geben jeweils aus aktueller Sicht das unter den gegebenen Annahmen wahrscheinlichste Szenario für das Wirtschaftswachstum wieder und gehen auf mögliche Risiken der Einschätzung ein. Jährlich wird zudem eine mittelfristige Prognose für Österreich und die Weltwirtschaft über einen fünfjährigen Prognosehorizont erstellt und nach Ablauf eines halben Jahres aktualisiert.

 

Prognoseevaluierung

Publikationen

Die Wirtschaftsprognosen von WIFO und IHS. Eine Analyse für die achtziger und neunziger Jahre (The Economic Forecasts of WIFO and IHS: An Analysis for the 1980s and 1990s)
WIFO-Monatsberichte, 2002, 75(11), S.701-716
Online seit: 25.11.2002 0:00
 
Die Güte der Wirtschaftsprognosen von WIFO und IHS für 10 wichtige gesamtwirtschaftliche Kenngrößen wurde für den Zeitraum 1978 bis 1999 für zwei Prognosehorizonte anhand von fünf Evaluierungskriterien analysiert. Dabei wurden erstmals die Prognoseunterschiede auch auf ihre statistische Signifikanz hin untersucht. Die Prognosefehler für das Wirtschaftswachstum sind niedriger als für einzelne Komponenten des BIP. Verglichen mit früheren Studien zeigt sich eine leicht abnehmende Tendenz der Fehler. Die Prognosegüte ist für das WIFO für die meisten Variablen gleich gut oder besser als für das IHS. Diese Unterschiede sind in einigen Fällen auch statistisch signifikant. Die Prognosen beider Wirtschaftsforschungsinstitute sind deutlich besser als naive Prognosestrategien und weitgehend unverzerrt und effizient. (Die Online-Version des Artikels enthält 24 Tabellen mit weiteren Analyseergebnissen, die in der Print-Version nicht abgedruckt wurden.)


Vergleich der Prognosegüte der österreichischen Wirtschaftsprognosen von 1998 bis 2006

(Quelle: OeNB)
Für diesen Vergleich der Prognosegüte aller für Österreich verfügbaren Konjunkturprognosen werden die zwischen Herbst 1998 und Herbst 2006 von OeNB, WIFO, IHS, OECD, IWF und der Europäischen Kommission erstellten Österreich-Prognosen gegenübergestellt. Es zeigt sich eine relativ ähnliche Einschätzung des erwarteten Konjunkturbildes durch die verschiedenen Institutionen. So wurden Stärke und Dauer des Abschwunges 2001 durchwegs stark unterschätzt. Die Prognosegüte der österreichischen Institutionen wird von keiner internationalen Institution erreicht bzw. signifikant übertroffen. Das WIFO weist den geringsten Fehler der BIP-Prognosen für das laufende Jahr auf, die OeNB für das folgende Jahr. Die Inflationsprognose der OeNB weist den geringsten durchschnittlichen Prognosefehler aller Institutionen auf.
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