Themenplattform "Europäische Herausforderungen"

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Projektleitung: Elisabeth Christen
Projektmitarbeit: Birgit Meyer, Harald Oberhofer, Yvonne Wolfmayr, Julian Hinz, Katrin Kamin, Joschka Wanner (IfW)
Der Brussels Effect 2.0: Wie die EU mit ihrer Handelspolitik globale Standards setzt (The Brussels Effect 2.0: How the EU Sets Global Standards With Its Trade Policy)
Aktuelle Forschungsprojekte (in Arbeit)
Auftraggeber: Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Die Schaffung einheitlicher rechtsverbindlicher Normen und Standards sind eine essentielle Grundlage für das Funktionieren des EU-Binnenmarktes, die zugleich über den internationalen Handel zunehmend auch über die Grenzen der EU verbreitet werden. Die Gestaltung globaler Standards und Regulierungen nach EU-Richtlinien auch außerhalb der EU-Grenzen ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil der EU. Der EU gelingt es auch, sich ohne internationale Verträge oder Vereinbarungen, Regeln, Vorschriften und Standards nur durch Marktmechanismen in Drittländern durchzusetzen. Dies hat bereits in vielen Bereichen zu einer "Europäisierung" vieler wichtiger Aspekte des globalen Handels beigetragen. In der wissenschaftlichen Literatur wird dieser unilaterale regulatorische Einfluss der EU als "Brussels Effect" beschrieben. Im Rahmen dieses Projektes steht ein umfassender Überblick und Zusammenhang des Brussels Effects mit der EU-Handelspolitik im Vordergrund, der darlegt inwiefern ein Brussels Effect im Netzwerk der EU-Handelsabkommen zu beobachten ist. Auf Basis einer umfassenden und breiten Identifizierung des Brussels Effects setzt sich diese Studie das Ziel, die Handelseffekte im Sinne der führenden Rolle in der Gestaltung globaler Standards und Regulierungen für die EU und Österreich zu quantifizieren und darauf aufbauend weitere Bereiche qualitativ zu erfassen, in denen das Potential eines "Brussels Effects 2.0" im Rahmen der EU-Handelspolitik noch nicht ausgeschöpft ist.
Keywords:TP_Europa
Forschungsbereich:Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb – Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Sprache:Deutsch

The Brussels Effect 2.0: How the EU Sets Global Standards With Its Trade Policy
The creation of uniform, legally binding norms and standards is an essential basis for the functioning of the EU single market, which at the same time is increasingly spread beyond the EU's borders through international trade relations. The shaping of global standards and regulations according to EU directives even beyond the EU's borders represents an important competitive advantage of the EU. The EU also manages to impose rules, regulations and standards only through market mechanisms in third countries without international treaties or agreements. This has in many areas contributed to the "Europeanisation" of important aspects of global trade. In the academic literature, this regulatory influence of the EU is defined as the "Brussels Effect". The focus of this study is to give a comprehensive overview of the Brussels Effect and to analyse the linkages regarding EU trade policy, outlining to what extent a Brussels Effect can be observed in the network of EU trade agreements. Based on a comprehensive and broad identification of the Brussels Effect, this study aims to quantify the trade effects in terms of the leading role in shaping global standards and regulations for the EU and Austria and to qualitatively identify further areas in which untapped potentials of a "Brussels Effect 2.0" seem possible in the context of EU trade policy.