Konjunkturerwartungen trüben sich ein

28.07.2022

WIFO-Konjunkturtest vom Juli 2022

Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests zeigen im Juli einen deutlichen Rückgang der Konjunkturdynamik. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 10,5 Punkten (saisonbereinigt) 6,1 Punkte unter dem Wert des Vormonats (16,7 Punkte). Die Ergebnisse zeigen eine Abschwächung bei den Lageeinschätzungen und den Konjunkturerwartungen. Während die Lageindikatoren nach wie vor ein positives Konjunkturumfeld zeichnen, signalisieren die unternehmerischen Erwartungen schwache Konjunkturausblicke der Unternehmen. Die Unwägbarkeiten der Gasversorgung und die hohen Energiepreise haben die unternehmerische Unsicherheit weiter erhöht. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet weiterhin damit, Preiserhöhungen vornehmen zu müssen.

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen verlor im Juli 7,0 Punkte, notierte aber mit 16,9 Punkten weiter im positiven Bereich. Besonders deutlich verlor der Lageindex in der Sachgütererzeugung an Boden (–9,7 Punkte gegenüber dem Vormonat), zeigt aber mit 16,3 Punkten weiterhin eine leicht überdurchschnittliche Konjunkturlage an. In der Bauwirtschaft war der Rückgang deutlich schwächer. Der Lageindex verlor 1,2 Punkte und signalisiert mit 28,6 Punkten weiterhin eine überdurchschnittliche Baukonjunktur. Im Einzelhandel ging der Lageindex um 3,5 Punkte zurück und notiert mit –8,1 Punkten im Bereich skeptischer Konjunktureinschätzungen. In den Dienstleistungsbereichen verlor der Index 7,3 Punkte gegenüber dem Vormonat, blieb aber mit einem Wert von 20,0 Punkten nach wie vor überdurchschnittlich.

Auch der Index der unternehmerischen Erwartungen verlor im Juli an Dynamik (–5,3 Punkte) und notierte mit 4,2 Punkten nahe an der Nulllinie, welche negative von positiven Konjunkturerwartungen trennt. Im Einzelhandel verlor der Erwartungsindex 4,7 Punkte und notierte mit –18,3 Punkten deutlich im negativen Bereich. Auch in den Dienstleistungsbranchen verlor der Erwartungsindex weiter an Boden (–5,9 Punkte), blieb aber mit 4,6 Punkten noch im positiven Bereich. In der Bauwirtschaft musste der Erwartungsindex nur einen geringfügigen Rückgang hinnehmen (–1,0 Punkte) und notiert mit 36,0 Punkten weiter im optimistischen Bereich, was auf die hohen Preiserwartungen zurückzuführen sein dürfte. Die Geschäftslageerwartungen notieren in der Bauwirtschaft mittlerweile allerdings auf negativen Niveaus. Auch in der Sachgütererzeugung zeigte sich ein deutlicher Rückgang beim Erwartungsindex (–6,0 Punkte). Dieser notierte mit 0,5 Punkten nahe an der Nulllinie.

 

Publikationen

Konjunkturerwartungen trüben sich ein. Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Juli 2022 (Economic Expectations Cloud Over. Results of the WIFO-Konjunkturtest (Business Cycle Survey) of July 2022)
WIFO-Konjunkturtest, 2022, (7), 13 Seiten
Auftraggeber: Europäische Kommission
Online seit: 28.07.2022 14:00
Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests zeigen im Juli einen deutlichen Rückgang der Konjunkturdynamik. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 10,5 Punkten (saisonbereinigt) 6,1 Punkte unter dem Wert des Vormonats (16,7 Punkte). Die Ergebnisse zeigen eine Abschwächung bei den Lageeinschätzungen und den Konjunkturerwartungen. Während die Lageindikatoren nach wie vor ein positives Konjunkturumfeld zeichnen, signalisieren die unternehmerischen Erwartungen schwache Konjunkturausblicke der Unternehmen. Die Unwägbarkeiten der Gasversorgung und die hohen Energiepreise haben die unternehmerische Unsicherheit weiter erhöht. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet weiterhin damit, Preiserhöhungen vornehmen zu müssen.
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Dr. Werner Hölzl

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Ahmed Elqsas/behance.net
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