Hohe Unsicherheit dämpft Konjunktur

29.09.2022

WIFO-Konjunkturtest vom September 2022

Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests zeigen im September eine weitere Abschwächung der Konjunkturdynamik. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 5,1 Punkten (saisonbereinigt) 3,4 Punkte unter dem Wert des Vormonats (8,5 Punkte) aber nach wie vor im positiven Bereich. Die Lageindikatoren zeichnen trotz Rückgängen weiterhin ein günstiges Konjunkturumfeld.

Allerdings ist die unternehmerische Unsicherheit in Folge der weitgehenden Einstellung der russischen Gaslieferungen und der Energiepreisentwicklung auf neue Höchstwerte gestiegen. Infolgedessen haben sich die Konjunkturerwartungen weiter eingetrübt und signalisieren mittlerweile mehrheitlich skeptische Konjunkturausblicke.

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen verlor im September 3,6 Punkte, notierte aber mit 9,6 Punkten weiterhin im positiven Bereich. In der konjunkturell besonders reagiblen Sachgütererzeugung verlor der Lageindex 1,5 Punkte gegenüber dem Vormonat, blieb aber mit 10,0 Punkten weiter im positiven Bereich. In der Bauwirtschaft verlor der Lageindex 0,5 Punkte, blieb aber mit 22,7 Punkten ebenfalls überdurchschnittlich. In den Dienstleistungsbereichen verlor der Index 6,1 Punkte gegenüber dem Vormonat, notierte aber mit einem Wert von 10,5 Punkten nach wie vor über der Nulllinie. Im Einzelhandel ging der Lageindex um weitere 0,7 Punkte zurück und notierte mit –10,6 Punkten im Bereich sehr skeptischer Konjunktureinschätzungen.

Auch der Index der unternehmerischen Erwartungen verlor im September an Dynamik (–3,2 Punkte). Er notierte mit 0,7 Punkten nur noch knapp über der Nulllinie, welche negative von positiven Konjunkturerwartungen trennt. Im Einzelhandel verlor der Erwartungsindex 4,1 Punkte und notierte mit –24,2 Punkten deutlich im negativen Bereich. In den Dienstleistungsbranchen sank der Erwartungsindex ebenfalls (–3,5 Punkte) und notierte mit 1,7 Punkten nur noch knapp über der Nulllinie. In der Bauwirtschaft musste der Erwartungsindex zwar ebenso einen Rückgang hinnehmen (–1,1 Punkte), notiert aber mit 33,2 Punkten weiterhin im optimistischen Bereich, was auf die hohen Preiserwartungen zurückzuführen ist. Die Geschäftslageerwartungen hingegen notieren in der Bauwirtschaft bereits seit Mai in negativen Bereichen. In der von den Energiepreisanstiegen besonders betroffenen Sachgütererzeugung zeigte sich ein Rückgang beim Erwartungsindex (–3,0 Punkte). Dieser notierte mit –3,4 Punkten unter der Nulllinie und damit im pessimistischen Bereich.


Publikationen

Hohe Unsicherheit dämpft Konjunktur. Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom September 2022 (High Uncertainty Dampens Economy. Results of the WIFO-Konjunkturtest (Business Cycle Survey) of September 2022)
WIFO-Konjunkturtest, 2022, (9), 13 Seiten
Auftraggeber: Europäische Kommission
Online seit: 29.09.2022 14:00
Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests zeigen im September eine weitere Abschwächung der Konjunkturdynamik. Der WIFO-Konjunkturklimaindex notierte mit 5,1 Punkten (saisonbereinigt) 3,4 Punkte unter dem Wert des Vormonats (8,5 Punkte) aber nach wie vor im positiven Bereich. Die Lageindikatoren zeichnen trotz Rückgängen weiterhin ein günstiges Konjunkturumfeld. Allerdings ist die unternehmerische Unsicherheit infolge der weitgehenden Einstellung der russischen Gaslieferungen und der Energiepreisentwicklung auf neue Höchstwerte gestiegen. Infolgedessen haben sich die Konjunkturerwartungen weiter eingetrübt und signalisieren mittlerweile mehrheitlich skeptische Konjunkturausblicke.
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Dr. Werner Hölzl

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Ahmed Elqsas/behance.net
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