Green Deal und Transformation durch Innovation

17.05.2022

Eine volkswirtschaftliche Analyse der chemischen Industrie in Österreich

In einer am 13. Mai 2022 präsentierten WIFO-Studie wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der chemischen Industrie in Österreich beleuchtet. Besonderes Augenmerk lenkt sie auf die Transformation des Wirtschaftssystems in Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit mit Blick auf 2030.

Im Auftrag des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs untersuchte das WIFO Unternehmen zur Herstellung von chemischen Erzeugnissen, pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Gummi- und Kunststoffwaren. Eine Input-Output-Analyse mit dem WIFO-Modell "DYNK" zeigt eine mit der chemischen Industrie verbundene Wertschöpfung in der österreichischen Volkswirtschaft von mehr als 13 Mrd. €. Über 50 Unternehmen nahmen an einer Befragung teil. Sie zeigt, dass die Mehrzahl der Unternehmen bereits Ziele und Pläne habe, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Darüber hinaus sei die globale Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen nur dann sichergestellt, wenn emissionsintensive Importe vermieden würden.

Einschätzungen der Unternehmen zur künftigen Beschaffung zeigen einen steigenden Bedarf an erneuerbaren Rohstoffen in Österreich sowie steigende Importe von sicheren und nachhaltigen Chemikalien aus anderen EU-Ländern. Eine Analyse von Patentdaten hinsichtlich der Innovationskraft zeigt ein durchwegs ähnlich hohes Niveau wie bei den innovationsführenden Ländern mit kleinen Vorsprüngen in einzelnen Branchen. Der Mehrzahl der Befragten ist die Bedeutung digitaler Verfahren bewusst und sie erwarten für die Zukunft einen starken Einfluss der Digitalisierung auf ihre Unternehmen.

Eine Aufzeichnung der Studienpräsentationen finden Sie bitte hier.

Die Presseaussendung des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs steht Ihnen hier zur Verfügung.
  

Publikationen

Monographien, Mai 2022, 155 Seiten
Auftraggeber: Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 13.05.2022 9:30
 
In der vorliegenden Studie wird die volkswirtschaftliche Bedeutung der chemischen Industrie in Österreich aus dem Blickwinkel der Transformation des Wirtschaftssystems in Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit mit Blick auf 2030 beleuchtet. Der Untersuchungsgegenstand sind Unternehmen für die Herstellung von chemischen Erzeugnissen, pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Gummi- und Kunststoffwaren. Eine Input-Output-Analyse anhand des WIFO-Modells "DYNK" zeigt eine verbundene Wertschöpfung von mehr als 13 Mrd. €. Im Zuge einer empirischen Befragung von 54 Unternehmen wurde festgestellt, dass die Mehrzahl der Unternehmen Pläne und Ziele definiert haben, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Eine globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen der EU kann nur sichergestellt werden, wenn die geltenden Rahmenbedingungen innerhalb der EU auch für Anbieter am Weltmarkt gelten. Einschätzungen der Unternehmen zur erwarteten Struktur der Beschaffungskanäle zeigen einen steigenden Bedarf an erneuerbaren Rohstoffen in Österreich sowie steigende Importe von sicheren und nachhaltigen Chemikalien aus anderen EU-Ländern. Eine Analyse von Patentdaten hinsichtlich der Innovationskraft zeigt in den Sektoren der chemischen Erzeugnisse und pharmazeutischen Erzeugnisse ein ähnlich hohes Niveau wie bei den innovationsführenden Ländern. In der patentschwächeren Branche der Gummi- und Kunststoffwaren liegen österreichische Unternehmen vor den innovationsführenden Ländern. Einem überwiegenden Anteil der Unternehmen ist die Bedeutung der digitalen Transformation auf ihr Unternehmen bewusst und erwarten für die Zukunft einen starken Einfluss auf Ihre Unternehmen.
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Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Franz Sinabell

Forschungsbereiche: Umwelt, Landwirtschaft und Energie
© FCIO/APA-Fotoservice/Reither
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