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WIFO publications: Claudia Kettner-Marx (80 hits)

WIFO Research Briefs, 2022, (24), 12 pages
Online since: 12.10.2022 0:00
Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen zur Abfederung hoher Energiekosten sollten auf jene Unternehmen beschränkt werden, die ihre Kosten nicht weitergeben können, da sie im internationalen Wettbewerb stehen. Um den Binnenmarkt nicht zu verzerren, ist prinzipiell ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene anzustreben und nationalen "Insellösungen" vorzuziehen. Aus ökologischer Perspektive sind insbesondere ein Aussetzen des nationalen Emissionshandels sowie der Ende September 2022 von der Bundesregierung vorgestellte Energiekostenzuschuss für Unternehmen kritisch zu sehen. Mit dem konkreten Programmdesign des Energiekostenzuschusses für Unternehmen hat sich die Bundesregierung für ein breitflächig ausgerolltes Subventionsregime unter Inkaufnahme entsprechend hoher Mitnahmeeffekte und gegen eine zielgerichtete Unterstützung von Unternehmen mit intakten Geschäftsmodellen entschieden. Ein allgemeiner Verlustrücktrag kombiniert mit Liquiditätshilfen (Haftungen und Garantien) und einer Senkung der Lohnnebenkosten wäre budgetschonender und ökonomisch effizienter gewesen.
As a result of the measures taken to contain the COVID-19 pandemic, Austria's economic output decreased by 6.7 percent in 2020 compared with the previous year. Greenhouse gas emissions fell by 7.7 percent (or 6.1 million t CO2 equivalents) and reached their lowest level since 1990. The transport sector accounted for more than half of the total decrease in greenhouse gas emissions compared to 2019. However, the emissions reductions do not reflect structural improvements in energy or emissions intensity; rather, they are short-term declines resulting from reduced economic activity and limited private mobility due to COVID-19 related restrictions and increased home-office schemes. Therefore, consistent implementation of measures leading to a sustainable reduction of greenhouse gas emissions is required to achieve the climate policy objectives, in particular the Austrian target of climate neutrality by 2040.
WIFO-Monatsberichte, 2022, 95(8), pp.529-543
Online since: 29.08.2022 0:00
 
Infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie schrumpfte Österreichs Wirtschaftsleistung 2020 um 6,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Treibhausgasemissionen sanken um 7,7% ( 6,1 Mio. t CO2-Äquivalente) und erreichten den niedrigsten Stand seit 1990. Der Verkehrssektor trug dabei im Vorjahresvergleich über die Hälfte zum Gesamtrückgang bei. Die Emissionsreduktionen spiegeln allerdings keine strukturelle Verbesserung der Energie- oder Emissionsintensität wider. Es handelt sich vielmehr um kurzfristige Rückgänge infolge der verringerten Wirtschaftsleistung und der eingeschränkten privaten Mobilität durch Verkehrsbeschränkungen und Homeoffice. Für die Erreichung der klimapolitischen Zielsetzungen, insbesondere des österreichischen Ziels der Klimaneutralität bis 2040, ist daher eine konsequente Umsetzung von Maßnahmen erforderlich, die zu einer nachhaltigen Reduktion der Treibhausgasemissionen führen.
Ordnungspolitische Leitlinien für ein Elektrizitätsgrundkontingent zum Fixpreis. Antworten auf 15 Fragen zum WIFO-Modell (Regulatory Guidelines for a Basic Electricity Quota at a Fixed Price. Answers to 15 Questions About the WIFO Model)
WIFO Research Briefs, 2022, (19), 8 pages
Online since: 17.08.2022 10:00
Durch die Verknappung des Gasangebots infolge des Krieges in der Ukraine sind über den Preisbildungsmechanismus der "Merit Order" die Strompreise stark angestiegen. Ein Elektrizitätsgrundkontingent zum reduzierten Fixpreis kann hohe Preissteigerungen dämpfen und private Haushalte entlasten. Im vorliegenden WIFO Research Brief werden 15 Fragen zu einem Elektrizitätsgrundkontingent beantwortet.
WIFO Research Briefs, 2022, (18), 10 pages
Online since: 22.07.2022 9:00
Die globale Wirtschaftserholung nach Abflauen der COVID-19-Krise hat in der zweiten Jahreshälfte 2021 die Preise für Erdgas und Erdöl deutlich anziehen lassen. Dazu kam in Europa eine von Russland aktiv betriebene Verknappung von Gas, die schon vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine zu einer Explosion der Gaspreise geführt hat. Der Krieg in der Ukraine, die von der EU gegenüber Russland verhängten Sanktionen und die Gegenreaktionen Russlands tragen weiter zur Verteuerung von Energie bei. So haben sich die Herausforderungen für die Transformation des europäischen Energiesystems in der zeitlichen und sachlichen Dimension schlagartig vergrößert. Das WIFO versucht mit diesem Research Brief eine Orientierung für die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger zu geben, indem auf der Grundlage der bestehenden Energiemarktordnung der Preisbildungsmechanismus für Strom über die Merit-Order analysiert und Handlungsoptionen innerhalb dieses Systems zur Dämpfung der Strompreise vorgestellt werden.
Start2030 Policy Brief Nr. 1: Strom aus erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Klimazielen und Krieg. "State of Play" und Perspektiven der Regulierung (Start2030 Policy Brief No. 1: Renewable Electricity Generation between Climate Targets and War. State of Play and Perspectives for Regulation)
Monographs, July 2022, 21 pages
Commissioned by: Klima- und Energiefonds
Study by: Austrian Institute of Economic Research – Graz University of Technology
Online since: 14.07.2022 0:00
 
Der vorliegende Policy Brief gibt einen Überblick über die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen für den Elektrizitätssektor auf EU-Ebene. Mit Fokus auf Elektrizität wird diskutiert, inwieweit die aktuelle Rechtslage bereits für einen Ausbau erneuerbarer Energien im Einklang mit den bestehenden Klimazielen der EU geeignet ist. Schließlich werden Optionen für eine Anpassung des energiepolitischen Rahmens der EU im Kontext rezenter Entwicklungen, insbesondere dem Krieg in der Ukraine, erörtert.
WIFO Research Briefs, 2022, (6), 16 pages
Die Energiepreise sind bereits 2021 im Zuge der wirtschaftlichen Erholung nach dem COVID-19-bedingten Wirtschaftseinbruch deutlich angestiegen. Angesichts der Kriegshandlungen in der Ukraine gewinnen weitere über die bereits in den letzten Wochen hinaus beschlossenen Maßnahmen zur Entlastung der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Unternehmen an Dringlichkeit. Wie in vielen anderen Ländern werden derzeit auch in Österreich eine Reihe von Entlastungsoptionen diskutiert. Besonders intensiv wurden in der jüngsten öffentlichen Debatte zwei Maßnahmen gefordert: die Verschiebung der für Juli 2022 geplanten Einführung einer CO2-Bepreisung sowie die Reduktion des Mehrwertsteuersatzes für Energie. Diese beiden Optionen stellen sich aber aus mehreren Gründen als wenig tauglich dar. Wesentlich geeigneter sind gezieltere und treffsicherere Maßnahmen zur Abfederung des Kaufkraftverlustes.
WIFO-Monatsberichte, 2022, 95(1), pp.41-54
Online since: 07.02.2022 0:00
 
Der vorliegende Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer Ex-ante-Schätzung der langfristigen Auswirkungen der Steuerreform 2022/2024. Der Fokus liegt auf den Wirkungen auf Branchenebene. Ausgangspunkt der Schätzung ist ein Reformumfang im Vollausbau (ab 2025) von 5,6 Mrd. € pro Jahr. Er ergibt sich aus einer Senkung der Abgaben für Unternehmen und private Haushalte um 7,3 Mrd. € p. a. (einschließlich Klimabonus), der jährlich 1,7 Mrd. € an Mehreinnahmen aus der CO2-Bepreisung gegenüberstehen. Die langfristigen Schätzungen mit dem globalen Input-Output-Modell ADAGIO ergeben eine expansive Wirkung der Reform im Ausmaß von rund 0,8% des BIP; die Beschäftigung ist langfristig um 0,6% höher als im Basisszenario ohne Steuerreform. Die Struktur der Reform impliziert für energieintensive Sektoren einen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und an Produktionswert. Dienstleistungen, insbesondere konsumnahe Branchen, profitieren dagegen tendenziell von der Steuerreform. Einer der Hauptgründe für diese sektoral unterschiedlichen Effekte ist die Einführung der CO2-Bepreisung für bisher nicht vom EU-ETS erfasste Sektoren (Preis ab 2025: 55 € je t CO2). Diese führt gemäß der Modellschätzung zu einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen CO2-Emissionen um knapp 5% – dies ist zwar eine spürbare Reduktion, leistet jedoch nur einen moderaten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.
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